Winterliche Feldarbeit im Senegal
In diesem Winter verbrachte unser Team drei Wochen im Senegal. Wir reisten aus Frankreich (Pierrick, Fanny, Julie und Jimmy) sowie aus Finnland an (für Tuomas ein echter Temperaturschock). Zunächst wurden wir von lokalen Rangern im Saloum-Delta empfangen, anschließend im berühmten Nationalpark Djoudj, an der Grenze zu Mauretanien.
Ein besonderer Dank gilt insbesondere Idrissa Ndiaye und Abdou Ndiaye, die uns während des gesamten Abenteuers begleiteten und gemeinsam mit uns das Beringen von Vögeln entdeckten.
Ziel der Mission war es, eine große Anzahl von Watvögeln und Knäkenten mit GPS-Sendern auszustatten, da diese Arten während des Winters in unseren europäischen Ländern nur selten vorkommen.
Die Bedingungen im Gelände waren anspruchsvoll: Hitze, Schlamm, weitläufige Lebensräume… Zusätzlich hatten wir mit dem Harmattan zu kämpfen, einem kontinentalen Passatwind, der mehrere Tage lang Sandstürme mit sich brachte – keine idealen Bedingungen für Beobachtungen oder den Fang mit Japannetzen.
Dennoch war die tägliche Arbeit inmitten von Tausenden Flamingos, Pelikanen und Pfeifgänsen unvergesslich. Wir erkundeten ausgedehnte Reisfelder, abgelegene kleine Teiche und Seen, die sich bis zum Horizont erstreckten. Wir entdeckten sogar ein ungewöhnliches Gewässer mit überraschend hoher Salinität, das wir aufgrund seines rosafarbenen Wassers und der Salzkrusten „La Petite Camargue“ tauften. Glücklicherweise scheinen Krokodile solche Gewässer nicht zu frequentieren – im Gegensatz zu Watvögeln.
Knäkenten hingegen ignorierten trotz ihrer großen Zahl die mitgebrachten Kilogramm Reis vollständig, und keine einzige ließ sich in eine unserer Fallen locken. Wir hoffen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in diesem Winter im Tschad und in Mauretanien mehr Erfolg haben werden.
Auch wenn die Fangergebnisse hinter unseren Erwartungen zurückblieben, ist das Gesamtergebnis sehr positiv:
- 3 weibliche Kampfläufer
- 7 Teichwasserläufer
- 14 Rotschenkel mit GPS-Sendern ausgestattet
Einige Individuen kehrten bereits im Frühjahr nach Europa zurück und lieferten wertvolle Daten zum Ende der Überwinterung, zur pränuptialen Migration und teilweise sogar zur Brut in Nordeuropa. Diese Daten ergänzen den inzwischen umfangreichen Datensatz des Habitrack-Projekts, der für den Schutz der Lebensräume gefährdeter Vogelarten auf europäischer Ebene von zentraler Bedeutung ist. Zudem tragen sie zur Verbesserung der lokalen Kenntnisse bei, beispielsweise im Nationalpark Djoudj.
Erneut herzlichen Glückwunsch an das Feldteam sowie vielen Dank an die Ornithologinnen und Ornithologen vor Ort, die uns aufgenommen haben und diese Fänge ermöglichten.
Pränuptiale Migration von Watvögeln, die im Senegal gefangen wurden, zwischen ihren Überwinterungsgebieten und ihren Brutgebieten in Russland oder Skandinavien.

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